Solaranlage: besser auf dem Dach oder auf dem Feld?

Ein wesentlicher Vorteil der Solarenergie war schon immer ihre Fähigkeit, Strom direkt vom Dach zu erzeugen. Während andere Energietechnologien wie Wind- oder Bioenergie meist nicht direkt in Wohngebieten installiert werden können, fügt sich die Solaranlage in die Gebäudehülle ein oder kann sogar komplett integriert werden. Und Geräusche oder Gerüche bleiben ebenfalls aus.

Doch diese Fähigkeit hat gleichzeitig zu einer Diskussion beigetragen, die zeitweise dogmatisch geführt wird. In ihrem Mittelpunkt steht die Frage, ob die Solaranlage vor allem auf Dächer gehört oder ob sie auch als Freiflächenanlagen errichtet werden sollten.

Deutschland ist ein Solardach-Eldorado

Zumindest in Deutschland sprechen die Zahlen bisher eine klare Sprache: mit rund 35 Gigawatt Leistung bei Dachanlagen und rund 12 Gigawatt bei Freiflächenanlagen ist das Dach deutlich häufiger vertreten. Und das ist auch gut so: Bei bestehenden Gebäuden ist kein zusätzlicher Eingriff in die Natur notwendig und die Energie wird dort erzeugt, wo ein Großteil direkt genutzt werden kann – in einem oder mehreren Haushalten.

Das entlastet einerseits die Stromnetze, denn der Solarstrom muss nicht mehr über weite Strecken transportiert werden. Andererseits trägt dieses Prinzip zur Wirtschaftlichkeit bei, denn der selbst verbrauchte Strom vom Dach ist zwar teurer als der aus großen Freiflächenanlagen, er senkt aber die private Stromrechnung. Und wenn noch die eigene Ladesäule mit Solarstrom versorgt wird, dann lohnt es sich umso mehr – für den Geldbeutel und das Klima.

Und es gibt noch weitere gesamtwirtschaftliche Vorteile: Private Dachanlagen werden meist von regionalen Handwerksbetrieben installiert. Das erhöht die regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze. Anders gesagt: während bei Großanlagen oft einzelne Unternehmen profitieren, sind Dachanlagen die demokratischere Form der Energieversorgung.

Freifläche erzeugt viel Strom zu niedrigen Preisen

Trotz der Stärken der Dachanlagen: wer die Freifläche prinzipiell ablehnt, übersieht ihre Nutzen. Einerseits wird unser Strombedarf trotz aller Bemühungen rund um die Energieeffizienz steigen. Der Grund: immer mehr Anwendungen und Sektoren wenden sich dem Strom zu. Es soll deutlich mehr Elektrofahrzeuge geben, die Sektorenkopplung ist in aller Munde – und das bedeutet: mehr Strombedarf, um Wasserstoff zu erzeugen, mit dem wiederum Stahl und Kraftstoffe produziert werden sollen etc.

Um diesen wachsenden Strombedarf zu decken, müssen wir alle Potenziale der Erneuerbaren Energien heben, sonst wird das nichts mit dem Klimaschutz. Und das bedeutet auch mehr Solarenergie aus Freilandanlagen. Die gute Nachricht ist dabei: frühere Vorurteile gegenüber der Solarenergie vom Land sind längst widerlegt. Weder versiegeln gut geplante Solaranlagen den Boden, noch steigern sie den Pestizidbedarf oder verdrängen die ökologische Landwirtschaft. Dazu werden wir demnächst einen Blogbeitrag veröffentlichen.

Und Freiflächenanlagen haben einen anderen entscheidenden Vorteil: durch ihre schiere Größe können sie besonders kostengünstigen Strom erzeugen, denn die Installationskosten pro kW installierter Leistung liegen deutlich unter denen privater Kleinanlagen.

Oft sind die Strom-Gestehungspreise dabei bereits heute so niedrig, dass solche Anlagen komplett auf eine Förderung verzichten können. Erst mit ihrer Hilfe hat es die Solarenergie geschafft, zu einer voll wettbewerbsfähigen Energiequelle zu werden.

Falls Sie sich allerdings für eine Solaranlage für das Eigenheim interessieren, lässt sich Ihr individueller Bedarf mit unserem Autarkierechner ermitteln.