Weltweite Logistikprobleme erreichen Solarbranche

Für die Menschen in Deutschland bleiben „Breaking News“ über Entwicklungen der globalen Wirtschaft oft ziemlich abstrakt. Natürlich gibt es gravierende Verwerfungen, wie etwa die weltweite Finanzkrise oder auch die Folgen der Covid 19-Pandemie, die so viele Menschen betrifft und mit denen wir – aber gerade auch wirtschaftlich schwächere Länder – voraussichtlich noch lange kämpfen müssen. Doch viele wirtschaftliche Trends wirken sich zunächst allenfalls in steigenden oder sinkenden Preisen für Waren aus. Oder in schwankenden Aktienkursen, die vor allem für die Aktionärinnen und Aktionäre unter uns relevant sind.

Unser tägliches Leben verändern globale Entwicklungen oft nur nach und nach, denn die Regale sind hierzulande meist gut gefüllt und Lieferungen treffen mehr oder weniger pünktlich ein. Das dachte auch ich, als ich vom weltweiten Containermangel oder der Havarie der Ever Given im Suezkanal hörte: Was sollte schon ein einzelnes Schiff ausmachen, dass in irgendeinem – wenn auch sehr wichtigen – Kanal steckengeblieben war, tausende Kilometer von Deutschland entfernt.

Natürlich habe auch ich die Bilder der wartenden Schiffe gesehen und die Nachrichten zu den Auswirkungen auf den Handel. Zusätzlich wurde berichtet, dass Covid 19 immer wieder zu Hafensperrungen führt, die den Schiffsverkehr und damit die Zeitpläne und Lieferketten der Unternehmen durcheinanderbringen. Und knapper werdende Rohstoffe und Chipmangel? Ist alles nicht erfreulich, aber praktisch hat das mich oder Silithium zunächst nicht betroffen.

Doch nun holt die globale Entwicklung die gesamte Solarbranche schneller ein als gedacht und damit voraussichtlich auch uns: Solarmodul-Hersteller müssen den Start neuer Produkte verschieben, Montagesysteme sind auf Monate ausverkauft, ein großer deutscher Automobilhersteller kann längst bestellte Montage- und Lieferfahrzeuge für unser wachsendes Team nicht liefern, ein Unternehmer aus meinem Bekanntenkreis erhält kein dringend benötigtes Verpackungsmaterial.

Glücklicherweise ist unser Lager momentan gut gefüllt und doch ist noch nicht absehbar, ob alle Nachbestellungen pünktlich eintreffen (die der Fahrzeuge tun es schon mal nicht – wie oben geschrieben). In jedem Fall zeigt diese Entwicklung jedoch wieder einmal, wie verwoben unsere Welt auf vielen Ebenen ist. Auf wirtschaftlicher Ebene zeigt sich das im Bereich Rohstoffe und Logistik, auf gesundheitlicher Ebene in einer globalen Pandemie und auf klimatischer Ebene durch Wetterextreme auf allen Kontinenten.

Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass wir auch diese globalen Herausforderungen meistern – vorausgesetzt es packen viele Menschen mit an, Wissenschaft und Technologie werden nicht unnötig ausgebremst und die politischen Weichen richtig gestellt.


– Ivica Lipka

SILITHIUM smart energy