Eigenheimbesitzer setzten aus Kostengründen bisher vor allem auf sogenannte Glas-Folien-Solarmodule. Doch der Trend geht zu Glas-Glas-Solarmodulen, die zwar oft etwas teurer sind, jedoch eine Reihe von Vorteilen bieten. Was die beiden Solarmodul-Typen unterscheidet, fassen wir in diesem Beitrag zusammen.

 

Glas und Folie schützen die Solarzellen

Der wichtigste Bestandteil von Solarmodulen sind die Solarzellen – sie sind die eigentlichen Energieproduzenten. Übliche Module bestehen dabei aus beispielsweise 60 oder 72 Zellen. Die Zellen werden miteinander verlötet und müssen vor Witterungs- und Umwelteinflüssen geschützt werden. Diese Aufgabe übernehmen verschiedene Schichten des Solarmoduls.

Die Frontseite besteht bei beiden Solarmodultypen aus einem speziellen Sicherheitsglas, das einerseits wenig Licht reflektieren soll. Andererseits soll es möglichst unempfindlich gegenüber Stößen und Schlägen sein, um beim Transport, der Montage aber auch bei Hagel nicht zu brechen. Gleich darunter wird eine transparente Folie eingesetzt, um die Zellen zu ummanteln und damit zusätzlich zu schützen.

Die Unterschiede finden sich auf der Rückseite: Bei Glas-Folien-Solarmodulen besteht sie aus einer Kunststofffolie, die nicht nur stabil ist, sondern auch besonders unempfindlich gegenüber UV-Strahlung. Diese Bauweise spart Kosten und Gewicht, denn die Folien sind einerseits günstiger als Glas und andererseits leichter. Da die Rückseite der Module der Witterung nicht so stark ausgesetzt ist wie die Frontseite, erreichen auch solche Solarmodule eine hohe Lebensdauer von rund 30 Jahren.

 

Glas-Glas-Solarmodule haben verschiedene Vorteile

Bei Glas-Glas-Solarmodulen besteht auch die Rückseite aus Glas. Das macht sie im Allgemeinen etwas schwerer und teurer, hat aber eine Reihe von Vorteilen:

Der Wirkungsgrad der Solarmodule, also der Anteil der Sonnenenergie, die auch tatsächlich in Strom umgewandelt wird, hängt vor allem von den verwendeten Zellen ab. Allerdings kann das Glas auf der Rückseite Wärme besser abführen als eine Kunststofffolie. Da der Wirkungsgrad der meist mono- und polykristallinen Solarzellen mit steigender Temperatur sinkt, führt das zu höheren Erträgen

Ein wichtiger Vorteil der symmetrischen Glas-Glas-Bauweise, bei der die Zellen sowohl vorne als auch hinten vom Glas geschützt werden, ist außerdem ihre mechanische Widerstandsfähigkeit z.B. bei hohen Schneelasten. Sie neigen weniger dazu durchzubiegen und bewahren die Solarzellen so vor einer Beanspruchung auf Zug. Dadurch werden einerseits Zellrisse vermieden und andererseits sogenannte Hotspots, die die Leistung von Solarmodulen erheblich beeinträchtigen können.

Vergleichen lässt sich diese Bauweise mit modernen Windschutzscheiben: Auch sie bestehen aus zwei Glasflächen, zwischen denen sich eine Folie befindet. Das sorgt einerseits dafür, dass bei einem Steinschlag nicht gleich die ganze Scheibe zerspringt. Andererseits halten solche Scheiben meist ein ganzen Autoleben lang und sind auch dann noch intakt, wenn das eigentliche Auto bereits aus dem Verkehr gezogen wird.

Aber der Schutz geht noch weiter: das Glas auf der Rückseite der Module ist undurchlässiger gegenüber Feuchtigkeit und Chemikalien, die sich in der Luft befinden. Dadurch verlieren die Glas-Glas-Solarmodule im Laufe ihrer Lebensdauer weniger an Leistung.

Und auch die Feuerempfindlichkeit von Glas-Glas-Solarmodulen ist geringer, da Kunststoff brennbar ist und bei niedrigeren Temperaturen schmelzen kann. Fehlgeleitete Sylvesterraketen können daher Glas-Glas-Solarmodulen weniger anhaben.

Einige Gemeinden rund um Heidelberg setzen diese Erkenntnis bereits um: Solaranlagen mit Glas-Glas-Solarmodulen dürfen dort bei Reihenhäusern bis an das Dach des Nebenhauses heranreichen, bei Glas-Folien-Modulen ist der letzte Meter zum Nebengebäude tabu.

Wie bei vielen anderen Komponenten der Solaranlage hängt die Wahl des richtigen Modultyps letztlich von den persönlichen Rahmenbedingungen ab. Unser Team berät dich gerne bei der Auswahl der richtigen Komponenten für deine Haus – wir freuen uns auf deine Nachricht!